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„Niemand kann mich verstehen.“


Kein Therapeut. Kein Buch. Kein Familienmitglied. Nicht einmal die Freundin oder der Freund, die oder der sich wirklich bemüht.

Wenn dieser Gedanke schon einmal in dir gelebt hat oder immer wieder kommt, kennst du vielleicht diese ganz besondere Form der Einsamkeit.


Du erklärst dich. Du liest. Du reflektierst. Du versuchst herauszufinden, was eigentlich los ist. Und trotzdem verändert sich etwas in dir nicht wirklich.

Der Schmerz ist immer noch da. Phasenweise. Manchmal ständig. Die Anspannung kommt zurück. Nachts kehrt die Unruhe wieder. Dieselben Emotionen tauchen immer wieder auf, manchmal ohne einen klaren Grund. Aber immer wie ein Abgrund.




Vielleicht ist da auch dieses seltsame Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt – aber du kannst nicht genau benennen, was es ist. Wie landest du immer wieder an diesem Punkt?



Die Abwärtspirale.
Die Abwärtspirale.



Jetzt werden die Gedanken schwerer:


Nichts bringt mich da raus.

Man macht weiter oder hört sogar auf, es zu versuchen.

Oder man wartet und sitz es aus in der Hoffnung es geht weg. Irgendwann und Irgendwie.

Dabei vergehen Monate. Manchmal Jahre.



Es geht aber nicht darum, dass endlich ein anderer Mensch jeden Teil von dir vollkommen versteht.


Die eigentliche Veränderung an einem anderen Punkt:

Du beginnst, dich selbst zu verstehen.


Die Menschen werden dich verstehen, wenn du dich verstehst bzw. Wenn du dich verstehst wirst du mit Menschen in Verbindung gehen, die dich verstehen. Und, die die dich nicht verstehen, die gehöre wahrscheinlich nicht zu deiner geheilten Person.

Und dein Körper kann dir dabei helfen, denn:


Dein Körper versteht dich


Oft geben wir unserem Körper die Schuld für das, was er eigentlich versucht, uns mitzuteilen.

Wenn dein Körper schmerzt, sich anspannt, zittert, erstarrt oder unruhig wird, kann schnell das Gefühl entstehen, dass er gegen dich arbeitet.


Warum bin ich so?

Warum kann ich mich nicht einfach entspannen?

Warum reagiert mein Bauch, obwohl ich verstanden habe, was passiert?

Warum wird mein Atem flach, obwohl ich vorbereitet habe und die Prösentation kann - mit wir stimmt was nicht!


Diese Fragen sind verständlich, aber dein Körper lernt Muster. Er ist ein Gewohnheitstier.

Er lernt, wann er sich anspannt. Wann er still wird. Wann er sich anpasst. Wann er kämpft, sich zurückzieht, schneller wird oder irgendwann gar nichts mehr spürt.


Der Körper reagiert auf Energie.

Manche dieser Muster haben uns vielleicht einmal geholfen, mit etwas umzugehen. Deswegen ist es wichtig dem Körper zuzuhören, damit er irgendwann freigibt - ans Bewusstsein - welche Information er hält.


Wenn dir niemand beigebracht hat, deinen Empfindungen geduldig und wohlwollend zuzuhören, fühlt sich die Sprache deines Körpers zunächst tatsächlich wie eine Fremdsprache an.

Aber dein Körper ist kein Rätsel, das du lösen musst.

Er ist ein lebendiger Teil von dir, der versucht, mit dir in Beziehung zu bleiben.




Dein Körper spricht, bevor dein Verstand die Worte dafür hat


Unser Verstand liebt Erklärungen.

Er möchte einen klaren Grund, eine Geschichte, Ursache und Wirkung.

Der Körper funktioniert anders. Er spricht über Empfindungen.

Angespannter Kiefer.

Schwerer Brustkorb.

Der Knoten im oberen Bauch.

Knie, die weich werden.

Der Druck im Becken.

Verstopfung.

Kalte Hände.

Herzrasen.

Unlust.

Der plötzliche Impuls, einen Raum verlassen zu wollen.

Beine, die sich wie eingefroren anfühlen.

Hitze im Gesicht.

Der Atemzug, der plötzlich irgendwo auf halbem Weg stehen bleibt.

Oder deine Stimme fühlt sich fremd an.

Vielleicht wirst du nach Begegnungen mit einem bestimmten Menschen jedes Mal unglaublich müde.



Nicht jede Körperempfindung hat eine eindeutige psychologische Bedeutung besitzt.

Aber wenn du beginnst, deinem Körper aufmerksam und ohne vorschnelle Interpretation zuzuhören, erkennst du möglicherweise Muster.

Und Muster sind wertvoll.

Denn plötzlich verändert sich die Frage.

Aus

„Was stimmt nicht mit mir?“

wird

„Was geschieht gerade in mir?“

Dieser kleine Unterschied verändert viel.

Du hörst langsam auf, gegen dich selbst zu kämpfen.

Dein Körper muss nicht zum Schweigen gebracht werden, damit es dir besser geht.

Vielleicht möchte er zunächst einmal gehört werden.


Körperwahrnehmung bedeutet nicht, es richtig machen zu müssen. Die Körperwahrnehmung beginnt nur damit, wahrzunehmen, was jetzt gerade da ist – ohne sofort etwas verändern zu müssen.


Warum körperorientierte Begleitung helfen kann


Es kann sehr wertvoll sein, mit einem Menschen zu arbeiten, der die Verbindung zwischen Körper, Emotionen und unseren inneren Mustern versteht.

Körperpsychologische oder körperpsychotherapeutisch orientierte Begleitung bedeutet für mich nicht, dass jemand anderes dir erklärt, was mit dir nicht stimmt.


Sie hilft dir , wieder eine bessere liebevollere Beziehung zu dir selbst aufzubauen.

Und zu dieser Beziehung gehören natürlich deine Gedanken und deine Geschichte.

Aber auch dein Atem.

Deine Haltung.

Deine Bewegungen.

Deine Impulse.

Deine Emotionen.

Und deine Körperempfindungen.


In einer körperorientierten Session können wir wirklich hinschauen und beobachten, was in deinem Körper geschieht, während du über etwas Wichtiges sprichst. Herausfinden, was du wirklich willst.

Vielleicht spürst du plötzlich, wie viel oder wie wenig Abstand du zu einem anderen Menschen eigentlich möchtest. Was die Voraussetzung ist

Oder du erkennst den Moment, in dem du regelmäßig über deine eigene Grenze hinweggehst.


Aber manchmal hat unser Verstand etwas schon hundertmal verstanden, während unser Körper noch keine Erfahrung gemacht hat, die ihm erlaubt, etwas anderes zu lernen.

Genau dort kann körperorientierte Arbeit etwas Neues ermöglichen.

Nicht weil ein anderer Mensch alle Antworten für dich hat.

Sondern weil ein anderer Mensch einen Raum mit dir halten kann, in dem du deine eigenen Antworten deutlicher wahrnehmen lernst.


Dein Körper kann zu einem deiner besten Berater werden


Stell dir einen guten Berater vor. Jemanden, dessen Informationen du ernst nimmst, bevor du eine Entscheidung triffst.


Er kann dir zeigen, wenn etwas zu viel wird.

Er kann dir zeigen, dass dich etwas begeistert, obwohl dein Kopf Angst davor hat.

Er kann dich darauf aufmerksam machen, wenn du zu schnell Ja sagst.

Er kann weicher werden, wenn du etwas aussprichst, das wirklich wahr für dich ist.

Er kann sich anspannen, wenn ein altes Muster berührt wird.

Und vielleicht bittet er dich um Ruhe, lange bevor du vollkommen erschöpft bist.

Am Anfang können all diese Signale chaotisch wirken.

Mit der Zeit lernst du Unterschiede wahrzunehmen.


Die Sprache deines Körpers muss nicht genauso aussehen wie die eines anderen Menschen.

Genau darum geht es.

Du lernst deine eigene Sprache.

Du darfst von kompetenten Menschen, guten Büchern und ehrlichen Gesprächen lernen.

Und gleichzeitig kannst du beginnen, dich dir selbst zuzuwenden.

Dein Körper ist kein Hindernis auf deinem Weg. Er ist ein Teil des Weges.


Er hat deine Geschichte mitgetragen.

Er hat versucht, dich zu schützen – manchmal auf eine Weise, die heute vielleicht unangenehm oder anstrengend geworden ist.

Er hat auch Spannung, Trauer, Angst, Sehnsucht und Kraft getragen.

Und er hat weiter mit dir gesprochen, auch wenn dir vielleicht niemand beigebracht hat, wie du ihm zuhören kannst.

Fang klein an.

Ein tiefer Atemzug.

Eine kleine Empfindung...


Alle Liebe,



 
 
 

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