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Klarheit statt Beziehung auf Kosten.

Aktualisiert: vor 1 Tag

Wenn das Nervensystem nicht mehr aushält.


Es gibt neurobiologische Hinweise darauf, dass sich Rollenbilder, Bindungsmuster und Beziehungstoleranzen derzeit grundlegend verändern. Diese Veränderungen sind nicht abrupt oder teleologisch („ab einem bestimmten Jahr“), sondern Ausdruck eines anhaltenden Anpassungsprozesses des Nervensystems, der sich seit der COVID-19-Pandemie deutlich beschleunigt hat.




Nervensystem & Rollenwandel

„Es gibt neurobiologische Hinweise darauf, dass sich Rollenbilder, Bindungsmuster und Beziehungstoleranzen nicht aus kultureller Laune heraus verändern, sondern als Folge eines anhaltenden Anpassungsprozesses des Nervensystems, der sich seit der COVID-19-Pandemie deutlich beschleunigt hat.“

Studien aus Stress-, Trauma- und Bindungsforschung zeigen, dass das autonome Nervensystem (ANS) unter langanhaltenden kollektiven Belastungen – wie Isolation, Unsicherheit und Kontrollverlust – nachhaltig moduliert wird. Insbesondere die Amygdala, zuständig für Gefahrenwahrnehmung, emotionale Bewertung und Alarmreaktionen, zeigt bei vielen Menschen eine erhöhte Sensibilität. Unstimmigkeiten, Inkohärenz, emotionale Kälte oder manipulative Dynamiken werden schneller registriert und lösen früher Stress- oder Abwehrreaktionen aus. Was früher übergangen, rationalisiert oder „ausgehalten“ wurde, bleibt heute im System präsent und bildet das Bewusstsein.


Amygdala & Beziehungstoleranz

„Unter chronischem Stress wird das autonome Nervensystem sensibler: Unstimmigkeit, emotionale Kälte und Manipulation werden schneller erkannt und früher als Bedrohung erlebt. Was früher rationalisiert oder ausgehalten wurde, bleibt heute im Körper präsent.“

Gleichzeitig ist der präfrontale Cortex, der für Impulskontrolle, Logik, Perspektivübernahme und diplomatische Regulation zuständig ist, unter chronischem Stress deutlich eingeschränkt. Dauerstress reduziert seine Integrationsfähigkeit. Das hat zur Folge, dass Menschen weniger bereit oder fähig sind, belastende Beziehungssituationen kognitiv zu erklären, zu rechtfertigen oder langfristig auszuhalten. Statt Analyse tritt Handlung.

In diesem Kontext zeigt sich auch eine veränderte Dynamik geschlechtlicher Sozialisation. Viele Frauen verlassen heute Beziehungssituationen, die sich körperlich oder emotional nicht stimmig anfühlen, anstatt sie weiter zu erklären, zu tragen oder zu therapieren. Dies ist weniger als „Impulsivität“ zu verstehen, sondern als somatisch informierte Entscheidungsfindung. Bindungsmuster, insbesondere unsichere oder traumabasierte, werden schneller sichtbar und weniger kompensiert.




Somatischer Quickie


Rolle oder Wahrheit? (2–3 Minuten)

Ziel: Unterscheiden, ob ich gerade aus einer Rolle oder aus Kontakt handle.


  1. Setze dich bequem hin oder stehe aufrecht.

  2. Denke an eine Beziehung oder Situation, die dich gerade fordert.

  3. Stelle dir innerlich zwei Fragen – nacheinander:

    • „Was tue ich hier aus Gewohnheit oder Rolle?“

    • „Was würde mein Körper tun, wenn er ehrlich entscheiden dürfte?“

      z.B. Aufstehen und gehen, eine gegenseitige Umarmung oder Berührung anbieten, Ausatmen, sich schütteln,....


  4. Spüre den Unterschied im Körper:

    • Spannung, Enge, Pflicht → Rolle

    • Weite, Klarheit, ruhiger Atem → Wahrheit


  5. Benenne leise ein Wort, das die Wahrheit beschreibt (z. B. „Stopp“, „Nähe“, „Pause“, „Gehen“).


👉 Wichtiger Hinweis: Es geht nicht um Entscheidung, sondern um Wahrnehmung.


In der individuellen Begleitung erhältst du eine auf deine persönliche Situation abgestimmte Unterstützung auf mehreren Ebenen: neurobiologisch, physiologisch, körperpsychologisch und spirituell. Die Arbeit orientiert sich an deinem Nervensystem, deinem Körpererleben und deinen aktuellen Beziehungsthemen.

Du kannst dich über die verschiedenen Kontaktmöglichkeiten melden – per WhatsApp oder über das Kontaktformular auf meiner Website.


Alles Liebe


Bilonda

 
 
 

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