Was körperlich passiert, wenn wir Emotionen unterdrücken?
- Bilonda Bukasa

- 30. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Viele Menschen glauben, dass sie ruhiger werden, wenn sie ihre Gefühle kontrollieren oder nicht zeigen. Die Forschung deutet jedoch auf etwas anderes hin.
Eine große Übersichtsstudie, die 24 wissenschaftliche Untersuchungen zusammenfasste, zeigte: Wenn Menschen ihre Emotionen aktiv unterdrücken, reagiert ihr Körper häufig mit einer stärkeren Stressreaktion.
Obwohl die Person nach außen ruhig, kontrolliert oder gefasst wirkt, passiert im Inneren oft etwas anderes:
Das Herz arbeitet stärker.
Der Blutdruck steigt stärker an.
Stresshormone werden vermehrt ausgeschüttet.
Das Nervensystem bleibt stärker aktiviert.
Das bedeutet: Die Emotion verschwindet nicht. Stattdessen muss der Körper zusätzliche Energie aufbringen, um sie zurückzuhalten.
Man könnte sagen:
Gefühle zu unterdrücken ist wie einen Ball unter Wasser zu drücken. Der Ball ist nicht weg – es braucht ständig Kraft, ihn unten zu halten.
Die Studie zeigt außerdem, dass besonders die bewusste Unterdrückung in einer belastenden Situation den Körper belastet. Menschen, die versuchen, Angst, Wut, Traurigkeit oder andere starke Gefühle nicht zu zeigen oder nicht zu spüren, erleben häufig eine stärkere körperliche Stressreaktion als Menschen, die ihre Gefühle wahrnehmen und zulassen.
Was bedeutet das für das Nervensystem?
Aus Sicht des Nervensystems kostet Emotionsunterdrückung Energie. Der Organismus erhält die Botschaft:
„Etwas Wichtiges passiert, aber ich darf es nicht ausdrücken.“
Dadurch bleibt ein Teil der Stressaktivierung bestehen. Das Nervensystem kann schwieriger in einen Zustand von Sicherheit und Regulation zurückfinden.
Die wichtigste Erkenntnis
Die Studie legt nahe, dass nicht die Emotion selbst das größte Problem ist. Belastender für den Körper kann der Versuch sein, die Emotion wegzudrücken, zu kontrollieren oder zu verstecken.
Anders gesagt:
Gefühle wollen nicht unbedingt gelöst werden – sie wollen zunächst wahrgenommen werden.
Aus Sicht des Nervensystems bedeutet Emotionsunterdrückung:
„Etwas Wichtiges geschieht gerade – aber ich darf es nicht ausdrücken.“
Das Nervensystem erhält dadurch widersprüchliche Signale. Einerseits ist Aktivierung vorhanden, andererseits wird ihr Ausdruck blockiert. Die Folge kann sein, dass der Organismus länger im Stressmodus bleibt und schwerer in einen Zustand von Sicherheit und Regulation zurückfindet.
Besonders interessant ist eine Erkenntnis der Studie
Nicht die Emotion selbst scheint den Körper am stärksten zu belasten. Belastender kann der Versuch sein, die Emotion nicht zu fühlen.
Vielleicht liegt darin ein wichtiger Perspektivwechsel.
Gefühle sind keine Fehler im System. Sie sind Informationen.
Die Lösung liegt tatsächlich darin, den Gefühlen Raum zu geben. Wenn wir ihnen Raum geben, kann das Nervensystem oft schneller wieder in Balance kommen. Wenn wir sie dauerhaft unterdrücken, zahlt der Körper häufig den Preis in Form von erhöhter Anspannung und Stress.
Stellst du dir jetzt auch die Frage: "Was passiert eigentlich mit all der Energie, die wir nie ausdrücken durften?" Diese Frage beantworte ich im nächsten Podcast.
NEU!
🎙️ Zur Podcast-Folge auf Bild klicken
TEIL 1 & 2
YOUR OCEAN Der Kanal der unter der Oberfläche sieht
INSTAGRAM ✨ @bodypsychology.bilonda
Warte nicht bis du explodierst oder implodierst!




Kommentare