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Natürliches Wissen

Aktualisiert: 1. Aug. 2021


Ich lese gerade das Buch "Schamanen, Cyborgs und Frauen" von Donna Haraway und habe bei dem Begriff des "natürlichen Wissens", den die Biologin, Historikerin und Feministin benutzt, inne gehalten. Sie beschreibt im ersten Kapitel, wie die Natur von der westlichen Logik gelesen und "zerlesen" wurde. Auch schreibt sie wie die "Zerlesung" mit der Intention ein Arbeitssystem für Mächtige zu gestalten zum Kontrollinstrument wurde. Den Begriff "Zerlesung" habe ich zugegeben erfunden, um die Zerstörung darzustellen, die durch zu viel kleinteilige Wissenschaftsfragen, methoden und -stränge uns davon entfernt hat, die Zusammenhänge nicht zu verlieren. Die großen Zusammenhangsfragen sind: Hilft es meinem Körper und den meiner Lieben den Magen regelmässig zu füllen? Hilft es allen menschlichen Körpern satt zu werden? Hilft es allen Menschen, die nach mir kommen satt zu werden.


Bringen wir ein System aus dem Gleichgewicht, dass wir die ganze Zeit künstlich aufrecht erhalten müssen, dass wiederrum nur für die Zeitspanne funktionieren kann, bis die nächste Erfindung notwendig ist, damit es so weitergehen kann. Allein beim Niederschreiben dieser Gedanken merke ich bereits wie sie Unwohlsein in meinem Körper breit macht, weil ich verstehe, dass MEIN Schutz und meine Sicherheit, meine Lebensverlängerung der Grund sind für den Teufelskreislauf, den Mensch langfristig lebt und irgendwann wohl als Rechnung präsentiert bekommt.


Also komme ich zu der ursprünglichen Frage zurück, die weniger unbequem ist: Was hat uns von dem natürlichen Wissen entfernt und warum hat die Rolle der Wissenschaft den Anstrich der einer Doppelagentin?


Warum hat die Rolle der Wissenschaft den Anstrich der einer Doppelagentin?

Wissenschaft ist wichtig, kreativ und aufregend. Sie ist auch hilfreich und befreiend, doch wie bei jedem Werkzeug zum Leben ist sie ein Werkzeug ZUM Leben und nicht das Lebens selbst.


Heute geben wir der Wissenschaft nicht nur mehr Glauben als unserem natürlichem Wissen. Wir haben ihr die Kontrolle abgegeben, anstatt sie als Ergänzung zum natürlichem Wissen zu benutzen. Ich denke an die Anti-Baby-Pille. Natürlich ist sie ein erster Schritt zu einer befreiteren Sexualität gewesen, doch gleichzeitig hat sie verschleiert, was unsere Aufgabe gewesen wäre: nämlich die Kenntnis über den weiblichen Zyklus zu gewinnen und so Geburten zu kontrollieren. Mütter und Großmutter, Tanten, Lehrerinnen, Schwestern, die einander das Wissen über den Zyklus und die Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit weitergeben. Das Natürliche wird als Bedrohung und Unsicherheit angesehen, aber das ist es nicht. Die Wissenschaft hat den Zyklus erforscht, aber durch den Zusammenschluss mit der Wirtschaft wird eine Anti-Baby-Pille mit bedenklichen Nebenwirkungen erfunden, anstatt das Wissen zugunsten des Natürlichen Wissens weiterzugeben und es als gesichertes Wissen allen Geschlechtern zukommen zu lassen.


Die Anti-Baby-Pille ist quasi ein wirklich aggressives Mittel, um auf die weibliche Fruchtbarkeit zu reagieren und gleichermassen die Sexualität in ihrer Lust - und Liebeskraft miteinander zu vermengen.

Sie sind beides Teil von Frausein und auch vom Mann sein. Obwohl sich der Mann mental, weil physisch aus der Verantwortung nehmen kann, davon isolieren kann. Aber das ist ein anderes Thema, denn Männer, die sich davon isolieren, isolieren sich ebenso von ihrer eigenen vollständigen Lebendigkeit. Es ist nämlich auch Macht dahinter, sich nicht in Ignoranz zu flüchten.



Aber zurück zur Art, wie wir Fruchtbarkeit und Sexualität begegnet sind: Mit dem Holzhammer.

Mit dem Meister Proper unter den Behandlungen. Als wäre Fruchtbarkeit schmutzig. Doch damit haben wir vergessen, dass wir in Wahrheit die Sexualität beschmutzen, weil wir sie ihrer Wertigkeit in der gemeinsamen Funktion entheiligen. In Wahrheit ist Sexualität wohl eine der mächtigsten Kräfte im Kosmos. Sie kann auch Angst machen, denn mit ihr ist der Körper auch verletzlich. Sie kann das Leben vollkommen verändern, nicht nur zum Guten wie als Teil einer vereinigenden Erfahrung oder lustvollen Erfahrung oder wenn sie Kinder bringt, die gewollt sind, aber in ihr liegt auch das Schaffen von Leid.


So ist es auch mit der Natur. Sie bringt alles, dass ist Natur und es ist viel klüger zu lernen MIT MIT MIT der Natur zu leben, anstatt sie zu kontrollieren und so ein absolut Strategisches, liebloses, unterkühltes, passiv - aggressives Verhältnis zu ihr aufzubauen.



Die Natur will sicher nicht das gleiche wie das System der Arbeit von uns. Obwohl es hat sich von der Natur das Prinzip von Produktion und Reproduktion abgesehen ohne zu berücksichtigen, dass Produktion


und Reproduktion nur eine einzige Dimension der Gesamtharmonie Natur darstellt. Eine weitere so wichtige Dimension ist Ruhe und Regenerationsphase. Da sie aber weniger gut in die Logik Kapital und Macht zu generieren passt, ist hier ein schädliches System für den Menschen zur Wirklichkeit geworden. Wir sollen dazu passend funktionieren ohne zu respektieren und zu verkörpern, was uns die Natur an Rhythmus vorgibt, um selbst in Balance zu bleiben, sondern - und da ist der Fehler im System - um die Kapitalinteressen zu befriedigen. Dieser Twist ist so absurd, dann er sprachlos oder systemgläubig bleiben muss. Sonst bricht das Denkgebäude zusammen. Und das Kapital "brauchen" wir, um unser Leben zu bewältigen.


Wir haben der Wissenschaft erlaubt durch Wirtschaftsgelder finanziert und damit manipuliert zu werden. Interesse an natürlichem Wissen wäre wohl eher der Feind bzw. würde Wissenschaft und Wirtschaft in die Schranken weisen, denn das natürliche Wissen braucht dann weniger und akzeptiert mehr von dem, was sich nicht produzieren konsumieren und reproduzieren lässt.


Natürliches Wissen ist ein Schatz, den man mittels der Wissenschaft verifizieren könnte und diese würde den Menschen in Unabhängigkeit entlassen, zumindest in eine der Wahl.







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